12.06.2018

Nicht als Geflüchtete gefühlt und mit dem Meer versöhnt

Youth Camp „Open Minds – Open Hearts: Europe of Youth“ #OMOH18 https://omoh.ljrweb.de/

Inklusion von Geflüchteten und die europäische Idee – das waren nicht nur die Themen der Begegnung, das wurde hier auch praktisch gelebt.

Eine Jugendbegegnung der besonderen Art veranstaltete der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern vom 12. bis 18.06.2018 in Prora auf Rügen. Etwa einhundert junge Menschen, die in neun verschiedenen Ländern in Europa leben und etwa 15 verschiedene Herkunftsländer haben, trafen sich zu einem internationalen Jugendaustausch. Das Camp war eine gelungene Mischung aus Freizeit, Bildung und politischer Beteiligung. Zum einen ging es darum, wie junge Menschen ein Europa der Jugend gestalten können, zum anderen stand die Inklusion von Geflüchteten im Vordergrund.

Dabei ist vor allem die folgende Geschichte ein berührendes Beispiel dafür, wie das Motto bei dem Camp gelebt wurde:

Die Rede ist von einer Teilnehmerin, die 2015 nach Deutschland kam und ein Kopftuch trägt. Aufgrund dessen erfährt sie in Mecklenburg-Vorpommern leider des Öfteren Rassismus. Bei „Open Minds – Open Hearts“ hat sie sich aber zum ersten Mal in Deutschland nicht mehr als Geflüchtete gefühlt! Dadurch dass unterschiedlichste Jugendliche aus verschiedenen Ländern zusammentrafen, sind ansonsten vorhandene Differenzen verschwommen. Zum Beispiel waren alle gleichermaßen darin gefordert, sich in einer Fremdsprache zu artikulieren. Insgesamt wurde ein Setting geschaffen, in dem sich alle willkommen und akzeptiert fühlen konnten.

Und mehr noch: Bei dem direkt an der Ostsee stattfindenden Camp wurde neben vielen anderen Aktivitäten das Drachenbootfahren angeboten. Auch die junge Geflüchtete traute sich in einer Gruppe und unter professioneller Anleitung im Boot auf das Meer. Zuletzt war sie während ihrer Flucht vor drei Jahren in einem Boot auf dem Meer – und das in großer Unsicherheit und Gefahr. Dem entgegen führte die positive Erfahrung am Ostseestrand von Prora dazu, dass sie sich mit dem Meer wieder versöhnt hat.

Ihr Gesamtresümee zur Jugendbegegnung lautet entsprechend: „Es war bisher die schönste Woche meines Lebens.“

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