28.05.2021

… Jugendverbandsarbeit in einer Zeitengeschichte!

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… Jugendverbandsarbeit in einer Zeitengeschichte!

Eine kurze Autobiographie meiner Jugendarbeit in Mecklenburg Vorpommern.

Zur Feuerwehr bin ich eigentlich gekommen wie die meisten Kinder. Mit 8 Jahren konnte ich in meinem Heimatort Bernburg /Saale der AG junge Brandschutzhelfer beitreten. Zur Wende (1989/90) änderte sich das durch die Auflösung der Arbeitsgruppen und durch unseren familiären Umzug an die Küste. Nach der Wende dauerte es eine Weile bis die Feuerwehren wieder Jugendarbeit leisten konnten. So trat ich mit der Gründung 1992 wieder der Jugendfeuerwehr bei. Parallel hatte auch die Seefahrt mein Interesse geweckt. Im Verein „Jugendkutter Sophie Scholl“, einem Projekt der evang. Kirche, konnte ich die ersten Erfahrungen in der Jugendarbeit sammeln. Ich wurde Jugendsprecher und war als stellv. Vereinsvorsitzender aktiv und konnte so einige Jugendprojekte mitgestalten.

In der Jugendfeuerwehr konnte ich mit 16 Jahren den aktiven Dienst in der Feuerwehr aufnehmen. Schnell durfte ich unterstützend kleinere Jugendgruppen in der Ausbildung betreuen. Was dazu führte das ich später (99/2000) die Leitung der Jugendfeuerwehr übernahm. Ab da merkte ich eigentlich erst wie umfangreich Jugendarbeit in Wirklichkeit ist! Über die Jahre habe ich viele Personen kommen und gehen sehen, die über der Jugendarbeit stehen. Alle wollten sie das Rad neu erfinden. Ich kann nur jedem jungen Jugendwart / Jugendgruppenleiter raten, immer ab zu warten und die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Viele Probleme klären sich von ganz alleine.

Als Jugendfeuerwehrwart kamen einige Projekte hinzu, die ich mit großer Begeisterung betreut und umgesetzt habe! So starteten wir, parallel zur erfolgreichen Wettkampfarbeit und der feuerwehrtechnischen Ausbildung, mit einigen Jugendlichen das Musikprojekt „Blackfire-Girls“ der Jugendfeuerwehr. Die Band fuhr zu Auftritten bis nach Berlin und Hannover. Wie es aber nun mal so ist, wachsen die Jugendlichen auch aus dem Alter heraus und nach vier Jahren war das Projekt wieder zu ende. In der gleichen Zeit nahm die Arbeit mit Fördermitteln und Projektförderungen zu. Dadurch erhielt ich auch einen Einblick in die Arbeit des Kreis- Jugendhilfeausschusses. Den Ausschuss begleitete ich vier Jahre.

Im Rahmen einer internationalen Bürgermeisterkonferenz 2004 in Sassnitz lernte ich einen spanischen Bürgermeister kennen, der hauptberuflich Feuerwehrmann ist. Er wollte unbedingt die örtliche Feuerwehr besuchen und nahm so Kontakt mit mir auf. Bei seinem Besuch war er über das freiwillige System in Deutschland und ganz besonders über die Jugendarbeit erstaunt. Beides kannte er aus Spanien nicht. Aus einer Einladung für die Jugendgruppe nach Spanien entwickelte sich eine Freundschaft mit einem regelmäßigen Jugendaustausch, den wir bis heute durchführen. Dazu benötigten wir einen eigenständigen Verein, über den wir dieses und weitere Projekte mit Frankreich, Finnland und Griechenland betreuen und für Jugendliche der Feuerwehren aus der gesamten Region Veranstaltungen anbieten.

2008 bekam ich die Anfrage aufgrund der Erfahrungen, die ich sammeln konnte, als ehrenamtlicher Richter (Schöffe) am Amtsgericht Bergen a.Rügen für Jugendstrafrecht tätig zu werden. Auch das ist immer wieder eine sehr interessante Arbeit.

2001 wurde ich stellv. Kreisjugendfeuerwehrwart und erhielt so Einblick in die Jugendverbandsarbeit. Durch meine Erfahrungen übernahm ich 2004 den Fachbereich Jugendpolitik für die Landesjugendfeuerwehr. Diesen vertrete ich bis heute auf Bundesebene der DJF und durfte ihn von 2014-2016 kommissarisch leiten. Seit 2005 bin ich als Kreisjugendfeuerwehrwart tätig. Die Arbeit brachte viele Höhen und Tiefen mit sich. Viele neue Herausforderungen taten sich auf, aber auch welche, die sich im Rhythmus der Zeit immer wiederholen.

Von 2013-2017 durfte ich das Amt als stellv. Landesjugendfeuerwehrwart ausüben und habe somit auch den Einblick in die Arbeit des Landesjugendrings bekommen. Seit 2016 bin ich als Bindeglied für die Hilfsorganisationen im Vorstand des LJR tätig.

In der ganzen Zeit von 1990 bis heute gab es viele schöne Veranstaltungen, Projekte und Momente, die ich jetzt hier nicht alle aufzählen kann. Das würde den Rahmen sprengen. Aber ich möchte keinen dieser Momente oder Personen, die ich kennen lernen durfte, missen.

Ich bin sehr stolz auf jeden einzelnen Jugendlichen, den ich ausbilden oder bei Projekten begleiten durfte. Mit vielen ehemaligen Jugendlichen stehe ich heute noch in Kontakt und dank der sozialen Medien, kann ich nachvollziehen wo sie jetzt ihren Dienst bei der Feuerwehr erbringen und wie sie ihr Leben gestalten.

Ingo Trusheim

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